Juli Update
Einleitung
Die Märkte haben sich in den letzten Wochen stabil gezeigt. Gleichzeitig bleibt das übergeordnete Marktbild aus unserer Sicht fragil. Die aktuelle Stärke interpretieren wir weniger als Beginn eines neuen nachhaltigen Aufwärtstrends, sondern vielmehr als eine späte Phase innerhalb eines bereits fortgeschrittenen Zyklus. Solche Phasen können optisch sehr überzeugend wirken, da einzelne grosse Titel neue Hochs erreichen und die Indizes nahe an Rekordständen notieren. Historisch betrachtet entstehen genau in solchen Marktphasen jedoch häufig Topping-Strukturen, bevor eine breitere Korrektur einsetzt.
Für die kommenden Wochen und Monate bleiben wir deshalb vorsichtig. Unsere Grundannahme ist, dass das Risiko nach unten derzeit höher ist als das kurzfristige Potenzial nach oben. Während Aktien kurzfristig noch Stärke zeigen können erwarten wir zunehmend, dass der Markt in einen Korrekturmodus übergeht. Im Kryptobereich sehen wir ein ähnliches, jedoch bereits deutlich schwächeres Bild: Bitcoin und viele Altcoins haben sich nicht mehr nachhaltig erholen können. Wir gehen davon aus, dass hier noch ein finaler Push nach unten möglich ist, bevor der Markt später wieder spannender werden könnte.
Aktien
Der Aktienmarkt zeigt sich aktuell auf den ersten Blick robust. Besonders US-Indizes wie der S&P 500 und der Nasdaq konnten sich zuletzt stark präsentieren, getragen vor allem von grossen Technologie- und KI-nahen Unternehmen. Diese Stärke darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Marktstruktur zunehmend anfälliger wird. Ein grosser Teil der Performance konzentriert sich weiterhin auf wenige grosse Titel. Wenn ein Markt nur von einer kleinen Gruppe an Unternehmen getragen wird, während die Breite abnimmt, ist dies aus unserer Sicht ein klassisches Warnsignal.
Charttechnisch befinden sich viele grosse Indizes in einem möglichen Topping-Bereich. Das bedeutet nicht, dass der Markt sofort stark fallen muss. Häufig bilden sich Tops über mehrere Wochen oder sogar Monate. Wir gehen davon aus, dass der Aktienmarkt in den nächsten Monaten schwächer werden dürfte. Kurzfristige Stärke oder sogar ein weiterer Versuch neuer Hochs ist möglich. Aus unserer Sicht wäre eine solche Bewegung jedoch eher als Bull Trap bzw. finale Übertreibung zu werten als als nachhaltige Fortsetzung des Bullenmarktes. Eine Korrektur in den kommenden Wochen oder Monaten erscheint uns wahrscheinlich, insbesondere wenn die grossen Technologiewerte beginnen an Momentum zu verlieren.
Kryptowährungen
Im Kryptomarkt ist das Bild bereits deutlich schwächer als bei den Aktien. Bitcoin konnte sich zwar phasenweise stabilisieren, zeigt jedoch weiterhin keine klare nachhaltige Trendwende. Die Struktur bleibt geprägt von tieferen Hochs, schwachen Erholungen und fehlendem breitem Kaufinteresse. Auch institutionelle Zuflüsse, die in früheren Phasen als wichtiger Treiber dienten, wirken zuletzt weniger unterstützend. Dies passt zu unserer Einschätzung, dass sich der Kryptomarkt weiterhin in einer späten Abwärtsphase befindet.
Aus technischer Sicht gehen wir davon aus, dass noch ein finaler Push nach unten möglich ist. Solche letzten Abwärtsbewegungen entstehen häufig, wenn der Markt nach längerer Seitwärtsphase nochmals wichtige Unterstützungen testet oder kurzzeitig unterschreitet. Historisch waren solche Phasen oft schmerzhaft, aber sie konnten gleichzeitig die Grundlage für spätere attraktivere Einstiegszonen schaffen.
Altcoins bleiben weiterhin besonders anfällig. In risk-off Phasen verlieren kleinere Coins meistens deutlich stärker als Bitcoin, da Liquidität zuerst aus spekulativeren Bereichen abgezogen wird. Auch wenn einzelne Altcoins kurzfristig Gegenbewegungen zeigen können, bleibt die Marktbreite im Kryptosektor schwach. Solange Bitcoin keine klare Bodenbildung zeigt erwarten wir auch bei Altcoins keine nachhaltige Erholung.
Wichtig ist jedoch: Wir sind nicht dauerhaft negativ für Krypto. Vielmehr gehen wir davon aus, dass der Markt in den kommenden Wochen oder wenigen Monaten noch einmal eine finale Schwächephase durchlaufen könnte.
Fazit
Der Aktienmarkt wirkt stark, befindet sich aus unserer Sicht jedoch in einem Bereich, in dem sich ein mittelfristiges Top ausbilden könnte. Die aktuelle Stärke sollte deshalb nicht automatisch als Entwarnung interpretiert werden. Vielmehr sehen wir eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Markt in den kommenden Wochen oder Monaten in eine Korrektur übergeht.
Im Kryptomarkt ist die Schwäche bereits sichtbarer. Wir rechnen damit, dass Bitcoin und Altcoins noch einmal unter Druck geraten könnten, bevor der Markt wieder spannender wird. Ein finaler Abverkauf würde aus unserer Sicht gut in den bisherigen Zyklus passen und könnte notwendig sein, um die Grundlage für eine spätere Erholung zu schaffen.
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